27.02.2019

Blick – Auerbach – Mittwoch, d. 27.02.2019

Trieber Sperken meistern Mundart und Anspruchsvolles

Der Gemischte Chor Triebtal tritt nur selten ohne seinen Nachwuchs auf. Die Kinder und Jugendlichen haben immer eine ganz besondere Hausaufgabe.

Die Trieber Sperken in den Dorfstuben: Lars Heymann, Ricardo Paulus, Ida Bannier, Ella Schöley (sitzend, von links) sowie Cassandra von Trieben und Louis Müller (vorn, von links). FOTO: JOACHIM THOß

VON SYLVIA DIENEL

TRIEB — Sie bringen ihr Publikum mit lustigen vogtländischen Sprüchen und Anekdoten zum Lachen, beweisen in Sketchen schauspielerisches Talent und rezitieren Gedichte von Weltklasse-Schriftstellern wie Erich Kästner: Seit 25 Jahren hat der Gemischte Chor Triebtal junge Mundartsprecher in seinen Reihen. Und die stehlen ihm bei Konzerten fast die Show. Obwohl ihre Besetzung im Laufe der Jahre mehrfach wechselte, sind die Trieber Sperken durchgängig Bestandteil von Chorauftritten. Der nächste rückt in greifbare Nähe. Zum Frühlingskonzert Ende März in den Vogtländischen Dorfstuben Trieb werden die vier Mädels und drei Jungs wieder von sich hören lassen.
Zusammen mit dem Chor sind die Trieber Sperken beim 1993 gegründeten Heimatverein Trieb- Schönau angesiedelt. Als 1994 zum ersten großen Konzert unter dessen Regie drei Kinder mit auf die Bühne kletterten, war eine Namensgebung noch kein Thema. Sechs Monate später schon. Bis dahin verstärkten vier Mädels die Mini-Gruppe. „Das hat sich recht ordentlich auf die Möglichkeit ausgewirkt, mit Kindern etwas zu machen“, sagt Vereinschef und Chormitglied Joachim Schneider. Also musste für den Nachwuchs eine Bezeichnung gefunden werden. Die änderte sich mehrmals. Mit den Trieber Sperken war die Namensgebung 1999 dann endgültig.
Als Gerhard Müller 2009 den Taktstock an Andreas Schmidt übergab, begann im Chor teilweise ein neuer Wind zu wehen: Unter vogtländisches Liedgut mischten sich fortan frische Chorsätze, Kult-Schlager und geistliche Werke. Was auch Folgen für das Sperken-Repertoire hatte. „Wir müssen uns etwas anpassen und bringen nicht mehr so viel Mundart“, erzählt Brigitte Heckel. Sie leitet die Mundartsprecher seit 2013. Bis dahin war Joachim Schneider Sperken-„Vater“. Zusammen mit Rolf Kaiser als zweitem Betreuer für einige Jahre brachte er etliche Sketche zu Papier. „Ich habe sie noch gar nicht gezählt“, sagt der Rentner. „Es sind aber bestimmt über 20.“
Dass es eine solche Nachwuchsgruppe gibt, findet Brigitte Heckel vorteilhaft für die sieben bis 15 Jahre alten Kinder und Jugendlichen. „Manche sprechen nicht mehr so gut Vogtländisch“, weiß die ehemalige Lehrerin aus Auerbach. „Eltern und Omas üben aber auch daheim mit ihnen.“ Ricardo Paulus, intern gerne als „Senior“ bezeichnet, ist mit Mundart aufgewachsen und als Neuntklässler der älteste „Sperk“ im Verein. Hingeführt haben ihn vor elf Jahren Interesse und Spaß an Bühnenauftritten. Bleiben wird er noch bis Jahresende. Dann sollen seinen Worten zufolge andere Interessen in den Vordergrund treten.

KONTAKT Wer den Trieber Sperken beitreten möchte, kann sich unter Telefon 037463 88391 anmelden. Informationen über den Chor und seinen Nachwuchs gibt es im Internet. » www.heimatverein-trieb-schoenau.de

Blick – Auerbach – Mittwoch, d. 20.03.2019